INFORMATIONEN ZU COVID-19

Warum beschäftigen wir uns mit COVID-19

Die COVID-19 Pandemie ist das beherrschende Thema für unsere Kunden. Derzeit befinden sich viele von ihnen im Notfallmodus: Wie organisieren wir unser Unternehmen, um bestmöglich mit der Krise umzugehen? Eine der entscheidenen Informationen hierfür, ist die Frage, wie sich die Pandemie in Deutschland weiterentwickeln wird. Hierfür möchten wir Ihnen mit unserem täglich aktualisierten System-Dynamics Modell eine Hilfestellung geben.


Hintergrund

Prof. Dr. rer. nat. Bo Hu ist Professor der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsinformatik und Studiendekan am Institut für Unternehmensführung an der Universität der Bundeswehr in München. Seit dem Seuchenausbruch in China, hat Prof. Hu die Daten in der Stadt Wuhan, in der Provinz Hubei und in ganz China intensiv verfolgt und detailliert analysiert. Darauf basierend hat er ein System-Dynamics Modell erstellt, welches die Infektions- und Ausbreitungsdynamik des COVID-19 so abbildet, dass auch die Auswirkung der Schutzmaßnahmen weitgehend berücksichtigt werden können.


Das Modell für Deutschland

Bei der Begrenzung der CORONA Epidemie kommt es auf Verhaltensänderungen von uns allen an:

Also weniger soziale Kontakte mit anderen und falls diese stattfinden Abstandhalten, generell häufiges Händewaschen etc.. All das soll die Infektionsrate verringern und die Verbreitung des Virus verlangsamen. Nun wird immer häufiger die Frage gestellt, wie sich die beschriebenen Verhaltensänderungen tatsächlich auswirken und wann die staatlichen Maßnahmen der letzten Tage Wirkung zeigen werden. Antworten darauf gibt das folgende Systemmodell, das Prof. Dr. Bo Hu von der Universität der Bundeswehr mit Unterstützung der HORUS ADVISORY GROUP entwickelt hat. Das Modell stellt zum einen kumulativ die Anzahl der Infizierten in Deutschland seit dem 01.01.2020 dar (braune Kurve) und zum anderen die Dunkelziffer, also die Anzahl der aktuelle infizierten, aber noch nicht diagnostizierten in Deutschland (blaue Kurve). Der entscheidende Parameter für den Verlauf der Epidemie ist die Infektionsrate. Maßgeblich für die Infektionsrate ist die sogenannte Kontaktfrequenz.

Als Kontaktfrequenz bezeichnen wir die Anzahl von (Norm-) Kontakten eines Menschen an einem Tag, die jeweils mit 1% iger Wahrscheinlichkeit zu einer Infektion führen können, wenn die Kontaktperson infiziert ist. Das könnte beispielsweise das Zusammentreffen mit einem Abstant unter 1m sein. Nähere Kontakte, zum Beispiel das Händeschütteln erhöhen die Wahrscheinlichkeit von 1% auf 2% oder mehr. Gemäß Prof. Dr. med. Christian Drosten liegt die Infektionswahrscheinlichkeit für einen Arzt bei einem 15 minütigem Besuch eines Infizierten bei 5%. Das entspricht 5 (Norm-) Kontakten für jedes Patientengespräch.

Aus den bisherigen Infektionsmeldungen in Deutschland lässt sich ableiten, daß die Infektionsrate bis zum 16.03.2020 einschließlich bei 18 % lag – also im Schnitt aller Deutschen bei 18 Kontakten pro Tag mit einer Ansteckungswahrscheinlichkeit von 1 %. Während des Karnevals betrug die Infektionsrate wegen engerer Kontakte und höherer Kontakthäufigkeit sogar 26 pro Tag. Ohne Verhaltensänderungen würde sich die Epidemie über den 31.05.2020 hinaus mit exponentiellem Wachstum ausbreiten.

Die Zahl der bestätigten Fälle läge am 31.05.2020 bei fast 2,5 Millionen! Hinzu kämen noch über eine Million Infizierte, deren Infektion noch nicht diagnostiziert sind. Unser Gesundheitssystem müßte mit über 500.000 Ernsthaft- bis Schwerkranken zurechtkommen und wäre überfordert – katastrophalen Folgen. Über 100.000 Menschen könnten allein in Deutschland sterben.

In China gelang es, mit drastischen Maßnahmen die Kontaktfrequenz auf unter 4 zu senken. In Deutschland wäre eine Reduktion der Kontaktfrequenz auf unter 12 pro Tag empfehlenswert. Dies würde eine baldige Rückkehr in die Normalität ermöglichen.

Unser Fazit: Also Abstand halten, Kontakte verringern ist entscheiden. Wenn wir alle unser Verhalten auch nur ein bisschen veränder, dann wird das den entscheidenden Unterschied machen und vielen Menschen das Leben retten.

Wir werden ab jetzt tägliche Updates des Verlaufs der Epidemie frei verfügbar machen, an denen sich tagesaktuell die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen ablesen lassen. Vergleichbare Analysen für andere Märkte sind in Arbeit.

Wir haben auch für andere Länder Modelle erstellt. Bitte klicken Sie auf den Link.

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Aktuelle Informationen zur COVID-19 Entwicklung

Prof. Dr. Bo Hu

Prof. Dr. Bo Hu

20.März 2020 23:17

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Leider ist die Infektionsrate nach Karneval, der Ski Saison und den Schulschließungen nicht so gesunken, wie wir es uns erhofft haben. Die zuletzt errechnete Infektionsrate liegt derzeit bei 23%, somit 5% Punkte über dem historischen Wert von 18%. Sollte es uns nicht gelingen diese Infektionsrate zu senken, so haben wir am 31.05.2020 mit rund 27 Millionen COVID-19 Infizierten zu rechnen.

23.März 2020 19:25

Die verschärften Maßnahmen zur Senkung der Infektionsrate haben bis jetzt leider noch keine bedeutende Wirkung gezeigt. Der aktuelle Wert liegt bei 22%. Wobei dieser eine Prozentpunkt, im Vergleich zur letzten Woche, schon einen Unterschied von rund 9 Millionen Corona Infizierten bedeutet. Dennoch wären wir in diesem Szenario immer noch weit von einer für das Gesundheitssystem verkraftbaren Zahl an  Infizierten entfernt. Es gilt jetzt den Verlauf der nächsten Tage genau zu beobachten.

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24.März 2020 20:08

Die Ausgangsbeschränkungen scheinen Wirkung zu zeigen. Die aktuelle Infektionsrate beträgt zwischen 12-14%. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, daß wir bei der Infektionsrate von einer Verzögerung von 6,5 Tagen zwischen Infektion und Diagnose ausgehen. Sollte dieser Wert beibehalten werden können, sie rechnen wir mit rund 180.000 bestätigten und unbestätigten Corona Infizierten am 31.05.2020. Zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung wären diese Zahlen ausreichend, jedoch kann bei diesen Zahlen die Wirtschaft noch nicht zum Normalzustand zurückkehren. Hier wären niedrigere Werte erforderlich, um beispielsweise ein koreanisches Modell zu praktizieren.

25.März 2020 18:14

Die Infektionsrate scheint sich zu stabilisieren, wobei es noch zu früh ist für eine Prognose. In den nächsten Tagen sollten sich die Ergebnisse der bundesweiten Ausgangsbeschränkungen hoffentlich positiv niederschlagen.

26.März 2020 20:02

Die Infektionsrate nach unserer aktuellen Berechnung liegt bei 14, ist somit leicht gestiegen. Grundsätzlich ist das Verhältnis der Neuinfizierten zum Bestand ein guter Indikator für den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen. Dieser Ansatz, wie auch das Modell, ist jedoch mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet, der Anzahl der eingeschleppten Fälle. Diese haben das Potenzial die Ergebnisse und Prognosen zu verzerren. Positiv ist an dieser Stelle zu vermerken, daß die Anzahl der Corona Tests in Deutschland deutlich gestiegen ist. Wurden gemäß der Kassenärztlichen Vereinigung in der Woche vom 06.03.2020 noch 35.000 Tests durchgeführt, so ist die Zahl auf insgesamt 410.000 Tests gestiegen. Nach Aussage des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, liegt Deutschland damit, pro Kopf, weltweit vorne. Auch rechnet er mit einer Kapazitätssteigerung von bis zu 360.000 Tests pro Woche.

27.März 2020 17:45

Die von uns berechnete Kontakthäufigkeit verfestigt sich mit sinkender Tendenz, was positiv ist. Die relativ hohe Anzahl an Neuinfektionen ist unter anderem auch auf eine hohe Anzahl an Expositionen im Ausland zurückzuführen. So gab es bisher, gemäß RKI 6548 Fälle, die sich in Österreich und 1384 Fälle, die sich in Italien angesteckt haben, gefolgt von Spanien mit 230 Fällen. Dementsprechend sind die Expositionen im Ausland ein nicht unerheblicher Anteil an der aktuellen Gesamtzahl. Da sich die Auswirkungen der verschärften Ausgangsbeschränkungen ab nächster Woche zeigen sollten, blicken wir mit großem Interesse auf die Entwicklung bis Montag.

30.März 2020 20:57

Es bestätigt sich, daß der Wendepunkt bei den Neuinfektionen am 27.03.2020 bei 6465 Erkrankten lag. Der heutige Wert, liegt Stand 21:00 bei 3811 Erkrankten. Auch meldet das RKI keine importierten Fälle mehr. Somit handelt es sich bei den aktuellen Fällen ausschließlich um internes Wachstum. Leider entwickeln sich die Ausgangsbeschränkungen und anderen Maßnahmen nicht so erfolgreich wie erhofft. Schon jetzt ist offensichtlich, daß uns COVID-19 deutlich härter trifft als China. Während die Provinz Guangdong mit 100 Millionen Einwohnern rund 1500 COVID Erkrankte zu beklagen hatte, liegt schon allein die Stadt München mit ihren 1,3 Mio. Einwohnern bei 2500 Fällen. Auch liegt die Infektionsrate leider stabil bei 14% und ist noch nicht deutlich gesunken, wie wir es erhofft hatten.

02. April 2020 18:14

Deutschland:  Die Infektions- / Kontaktrate in Deutschland hat sich auf dem Niveau von 14 stabilisiert. Die gute Nachricht ist, dass bei dieser Infektionsrate die Kapazitäten des deutschen Gesundheitswesens vermutlich nicht überlastet werden. Es besteht daher die begründete Hoffnung, dass uns Zustände wie in Bergamo, Madrid oder im Elsass in Deutschland erspart bleiben. Besorgniserregend ist jedoch, dass diese Infektionsrate nach wie vor tausende von Neuinfektionen indiziert. Der in meinem Mail letzte Woche skizzierte Ansatz, die Neuinfektionen auf wenige hundert zu reduzieren (Phase 1) und dann mithilfe höherer Testkapazitäten, der mittlerweile viel diskutierten Tracking Apps und Maskenpflicht etc. eine schrittweise Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen (Phase 2), ist unter diesen Voraussetzungen in weitere Ferne gerückt. Soweit die Infektionsrate auch in den nächsten Tagen auf diesem Niveau bleibt, ist ein Übergang in Phase 2 (siehe unten) zum 20. April unwahrscheinlich. Wir rechnen damit derzeit eher im Lauf des Mai. Auch dann wird es vermutlich nur schrittweise zur Aufhebung der Maßnahmen kommen – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Konsumverhalten im Mai und Juni. Ein weitgehende Normalisierung ist nach derzeitigem Stand frühestens im Juli zu erwarten.

USA

Der Verlauf der Epidemie in Amerika ist von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Wir verfolgen den dortigen Verlauf daher sehr genau und haben ein Modell für die USA erstellt. Die Lage dort schätzen wir als besorgniserregend ein. Unser Modell verdeutlicht, was hinter der drastischen Korrektur im Management der Corona Krise durch den amerikanischen Präsidenten steckt. Von einer Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen nach Ostern ist nun keine Rede mehr. Vor wenigen Tagen wurde bereits mit rund 100.000 Toten gerechnet, aber auch diese Zahl wird nach unserer Einschätzung nicht zu halten sein. Im Presse Briefing am 31.03.2020 war schon die Rede von bis zu 240.000 Toten. Nach unseren letzten Modellberechnungen wird sich der Pandemieverlauf in den USA wie folgt entwickeln:

Die derzeitige Infektionsrate liegt in den USA um 10% Punkte höher als in Deutschland. Unter diesen Rahmenbedingungen ist mit einer Gesamtzahl von rund 28 Mio. Infizierten bis zum 30.04.2020 zu rechnen. Bis zum 31.05.2020 könnte die Zahl der Infizierten sogar auf 198 Mio. ansteigen, was einer Durchinfizierung von 60% der Bevölkerung entspräche. Legte man die durchschnittliche Todesrate der WHO von 3,4% und ein unverändertes Verhalten der Amerikaner zu Grunde, dann wären 950.000 Toten für Ende April zu befürchten. Um die Zahl der an COVID-19 Gestorbenen auf unter 240.000 zu begrenzen, wäre eine Senkung der Infektionsrate auf das derzeitige deutsche Niveau von 14% dauerhaft bis Mai erforderlich. In Deutschland ist dies durch die Ausgangsbeschränkungen gelungen. Somit ist es unwahrscheinlich, dass die amerikanische Wirtschaft vor Mitte Mai wieder „Open for Business“ sein wird. Es sei denn, es wird eine höhere Sterblichkeitsrate in den Vereinigten Staaten akzeptiert, was ebenfalls stark negative wirtschaftliche Effekte zur Folge haben wird.

 

Japan und andere Länder

Unsere Modellierung für Japan zeigt, dass der japanische Ansatz für Messungen des CoVid19 Epidemieverlaufs sich deutlich von jenem in Deutschland und in anderen Ländern unterscheidet. Um die Neuinfektionszahlen vergleichbar zu machen, müssten die offiziellen japanischen Angaben in etwa mit dem Faktor 3,5 multipliziert werden.

Wir verfügen darüber hinaus unter anderem über Modelle von Italien, Südkorea und UK. Eine der immer relevanteren Fragen ist natürlich, wann sich das wirtschaftliche Umfeld „normalisieren“ wird. Wir entwickeln derzeit ein Modell der wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie in China und Südkorea, welches auf Deutschland und andere Länder übertragbar ist. Sobald die Statistiken zur Entwicklung der Volkswirtschaften im März zur Verfügung stehen, werden wir genauere Prognosen zu den wirtschaftlichen Folgen machen können.

 

Marktanalysen und Prognosen aller Branchen stehen zumindest über die nächsten 12 Monate unter dem Vorbehalt von Annahmen zur Entwicklung der CoVid19 Pandemie. Entsprechende Modellierungen der Epidemie sind als Inputvariable für alle Analysen und Forecasts unerlässlich.

 

07. April 2020 09:00

Tendenzen des Lockdowns

In den letzten Tagen ist die Kontaktfrequenz auf 15% gestiegen. Auch in China und Süd Korea steigen die Zahlen der Infizierten langsam wieder. In Japan soll der Ausnahmezustand verhängt werden und bis zum 06. Mai gelten. In Deutschland muß das Kontaktverbot verbessert werden. In diesem Zusammenhang wäre die Einführung eines Mundschutzes sinnvoll. Selbst bei nur 10% Schutz, würde dies eine Senkung der Infektionsquote von 15% auf 14% bedeuten.

07. April 2020 16:53

Aufgrund der hohen Anzahl an Intensivbetten pro Kopf in Deutschland, scheint sich der Trend zu festigen, dass die Anzahl an Infizierten das Gesundheitsystem nicht überfordern wird. Aus diesem Grund rechnen wir auch nicht mit einer Lockerung der Maßnahmen vor Anfang Mai. Bei einem aus aus unserer Sicht realistischen  Szenario ist von einer Stabilisierung der Neuinfektionen auf einem Niveau von 500 Neuinfizierten pro Tag, ab Ende Mai, auszugehen. Bei diesem Szenario gibt es bis Herbst rund 180.000 Infizierte.

08. April 2020 18:57

Wir können uns derzeit vorstellen, daß sich die täglichen Neuinfektionen Anfang Mai auf 2000 reduzieren. Dementsprechend rechnen wir mit einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ab dem 02. Mai. Nach der Lockerung wird die Kontaktfrequenz von aktuell 12 wieder auf 16 steigen. Durch die erwartete Einführung der App zur frühzeitigeren Erkennung von Infektionen, wird sich jedoch im Gegenzug der Zeitraum zwischen Infektion und Diagnose von 6,5 Tagen auf durchschnittlich 5,5 Tage reduzieren.

14. April 2020 17:59

Auf Basis unseres Modells können wir uns derzeit eine Wiedereröffnung der Schulen am 20.04.2020 nur schwer vorstellen, insbesondere für den Freistaat Bayern. Wir rechnen weiterhin mit einer Lockerung, in Verbindung mit einer App, erst zum 01. Mai 2020. Ein wesentliches Erfolgskriterium ist die Akzeptanz dieser App, die in Deutschland auf freiwilliger Basis eingeführt werden soll. Damit der Zeitraum zwischen Infektion und Diagnose auf 5,5 Tage reduziert werden kann, ist eine Akzeptanzrate von 60% erforderlich. Erfahrungen aus der Provinz Henan sind diesbezüglich wenig optimistisch. Von 96 Mio. Einwohner dieser Provinz nutzen nur 14 Mio. die chinesische App, die jedoch verpflichtend ist, um sich frei bewegen zu können. So ist ein Zugang zu Bussen oder Geschäften oder Registrierung mit dieser App nicht möglich. Dementsprechend zieht es der Großteil der Bevölkerung vor, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, was aus Infektionsgesichtspunkten natürlich positiv ist.

15. April 2020 17:44

Wir warten mit Spannung auf die heutigen Verlautbarungen über eine mögliche Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Wobei wir weiterhin eher von einer Lockerung nach dem 01. Mai ausgehen. Derzeit liegen wir bei einer Kontaktfrequenz von 9%. Ziel sollte es sein, auf ein österreichisches Niveau von 8,1% zu kommen. Großbritannien liegt derzeit auf 13%.

16. April 2020 20:36

Der bayerische Ministerpräsident erklärte heute, dass er sehr skeptisch sei, ob das Münchner Oktoberfest dieses Jahr stattfinden wird. Nach der Analyse unseres Modells teilen wir diese Skepsis durchaus. Wenn man davon ausgeht, dass das Oktoberfest zu einer ähnlich hohen Kontaktfrequenz führen wird, wie die Faschingszeit, würden wir bei 25% liegen. Dies würde, im Verhältnis zu der avisierten Kontaktfrequenz nach Lockerung diverser Maßnahmen von 16% zu einer Steigerung von 300.000 Infizierten, auf einen Wert von rund 600.000 Infizierten führen. Die Steigerung von 300.000 ist durchaus realistisch, denn bereits die Faschingsveranstaltungen hatten zu einer ähnlichen Steigerung geführt.

20. April 2020 16:47

Wir rechnen weiterhin mit einer Steigerung auf eine Kontaktfrequenz von 16%, als Resultat der Lockerungen. Es bleibt zu hoffen, dass die App zur Nachverfolgung der Infektionsketten sehr bald eingeführt wird, um diese Steigerung durch eine Reduzierung der Dauer zwischen Infektion und Diagnose um einen Tag reduzieren zu können. In diesem Zusammenhang sollten uns auch Entwicklungen in China zur Vorsicht mahnen, denn in der chinesischen Stadt Haibin ist bereits wieder eine Ausgangssperre verhängt worden.

Mit großer Sorge betrachten  wir die Entwicklung in Russland. Nach dem derzeitigen Trend wird Russland eine vergleichbare Entwicklung wie die USA durchlaufen. Am 27.04.2020 rechnen wir in Russland mit 100.000 Infizierten und schon am 10.05.2020 mit einer Verdoppelung auf 200.000 Infizierte.

22. April 2020 19:05

Derzeit wird sehr häufig die Reproduktionszahl erwähnt, die derzeit bei 0,9 liegt. Die Formel hinter dieser Zahl ist R=r (daily rate of infection) * d (days of infection). Wobei d die Tage beschreibt, zwischen der Ansteckung und der Diagnose. Hintergrund ist, dass die Infizierte Person erst nach Diagnose entsprechende Maßnahmen ergreift, um die Ansteckungsgefahr, die durch sie ausgeht zu minimieren, wie beispielsweise Quarantäne. Der Faktor d kann nicht durch den Einzelnen beeinflusst werden. Die Einflussfaktoren sind hier die Häufigkeit der Tests, beziehungsweise die Einführung einer App, um die Zielgenauigkeit der Tests zu erhöhen. In unserem Modell betrachten wir den Faktor r und lösen ihn auf, da es dies der Faktor ist, der durch das Verhalten jedes Einzelnen und exogene Maßnahmen, wie beispielsweise Ausgangsbeschränkungen, beeinflusst werden kann. Der Faktor r setzt sich zusammen aus r=f (frequency) * p (probability of exposure per contact). Da der Faktor p nur im Rahmen von klinischen oder sozialempirischen Studien ermittelt werden kann, haben wir Ergebnisse solcher Studien genutzt, um einen Normkontakt zu definieren. Wir sind in der Lage diesen Normkontakt zu beobachten und zu messen. Somit basiert das erstellte Modell auf der Formel r=f*n (Normkontakt).

23. April 2020 16:10

Wie man der oberen Grafik entnehmen kann, scheinen sich die drastischen Maßnahmen in Russland auzuzahlen. Nach derzeitigem Stand sieht es nicht so aus, dass Russland die USA einholen oder überholen wird. In den letzten 2 Tagen ist es Russland gelungen, die Kontaktfrequenz auf 9 zu reduzieren. Deutschland liegt derzeit bei 10.

Nichtsdestotrotz wird Russland aller Voraussicht nach eine höhere Zahl an Infizierten haben, als Deutschland. Die weitere Entwickung in Deutschland ist stark davon abhängig, ob es gelingt die Lockerungen etwas rücksichtsvoller umzusetzen. Wenn die Kontaktfrequenz auf dem gleichen Niveau bleibt ist mit einer erneuten Quarantäne nicht zu rechnen. Sollte sie aber wieder deutlich steigen, ist die Gefahr einer zweiten Quarantäneperiode durchaus gegeben. Die Zurückhaltung der Kanzlerin kann somit von uns sehr gut nachvollzogen werden.

27. April 2020 18:00

Deutschland

Die Quarantänedisziplin in Deutschland hat etwas nachgelassen und die Infektionsrate hat sich wieder leicht erhöht von 9-10% letzte Woche auf 11-12% diese Woche. Durch die Lockerungen dieser Woche dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Wie in den vorangegangenen Wochen beschrieben geht es nun darum, inwieweit einerseits ein Neuanstieg auf 16% und mehr in den nächsten Wochen verhindert werden kann  – zum Beispiel durch die Durchsetzung des Tragens von Mund- Nasenschutz, Einhalten von Abstandsgeboten und Verzicht auf Veranstaltungen. Andererseits ob man es schafft, die Zeit zwischen Infektion und Diagnose von derzeit 6,5 Tagen wirksam zu reduzieren durch den Einsatz der Tracing App und des Einsatzes einer ausreichend Anzahl von Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern, die Kontakte nachverfolgen und potentiell Infizierte schnell identifizieren.

Österreich hat die von Accenture entwickelte „Stopp Corona“ App schon im März ausgerollt und ist Deutschland auch hier deutlich voraus. Das Konzept ähnelt demjenigen, das in Deutschland diskutiert wird und basiert auf Freiwilligkeit. Allerdings zeigen sich in Österreich Probleme, die auch auf Deutschland zukommen werden:

  1. Die App wurde in Österreich bislang nur 400.000 mal heruntergeladen. Das sind weniger als 5% der Einwohnerzahl. Um wirklich wirksam zu sein müsste die App jedoch von mehr als 60% der Bürger genutzt werden. Die Nutzerzahl müsste somit von 400.000 auf 5.300.000 gesteigert werden. In Deutschland müssten innerhalb eines kurzen Zeitraums ca. 50 Millionen Bürger die App installieren. Das wird – vorsichtig ausgedrückt – ein herausforderndes Ziel.
  2. Die österreichische „Stopp Corona“ App funktioniert nur mit Android Telefonen reibungslos. Für IOS Telefone ist die App derzeit nur nutzbar, wenn sie auf dem Handy stets geöffnet bleibt. In Deutschland scheint das System bislang nur auf Android getestet worden zu sein. Technischen Restriktionen stellen somit eine weitere Hürde für den raschen Rollout der App dar.

28. April 2020 16:52

Die letzten 6 Wochen haben die Validität unseres Modells bewiesen. Somit können wir die Entwicklung schon innerhalb von 7 Tagen feststellen, im Gegensatz zu den 14 Tagen, die sich die Bundes- und Landesregierungen als Beobachtungszeitraum definiert haben. Da die Bundesregierung bisher ihre Maßnahmen auf Basis der Reproduktionszahl getroffen hat, sind wir somit in der Lage unseren Kunden die Informationen über Regierungsentscheidungen mit einer Woche Zeitvorsprung liefern zu können.

29. April 2020 16:47

Gibt es ein schwedisches Modell? Dies würden wir größtenteils verneinen. Die Aussage des schwedischen Staatsvirulogen, dass man im Mai die Krise überwunden habe, kann man im Modell nachvollziehen. Wenn die schwedische Zahl der Infektionen nur 2% der tatsächlich Infizierten darstellt, dann ist die Ausage nachvollziehbar, dass im Mai eine Herdenimmunität erreicht sein würde.

Sollte man sich jedoch irren und die Infektionsquote liegt bei 40%, so wird der Peak erst im Juli erreicht mit rund 7000 Infizierten pro Tag..

30. April 2020 16:47

Schweden:

Heute sollte, wenn die Annahmen des „schwedischen Modells“ zutreffen, der Peak der Neuinfektionen erreicht sein, bei der angenommenen Dunkelziffer von 98,5%. Sollte diese ermittelte Dunkelziffer bei lediglich 90% liegen, was dem vorläufigen Wert der Gangelt Studie entsprechen würde, dann würde der Peak erst Mitte Juli erreicht werden. Mit der Konsequenz von über 100.000 offiziell Infizierten, mit eine Tagesinfektionsrate von 1400, somit doppelt soviel wie heute, mit derzeit 700. Diese Zahlen würden das schwedische Gesundheitssystem auf eine noch härtere Probe stellen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Schweden, bereits jetzt, bezogen auf die Einwohnerzahl, eine dreimal so hohe Todeszahl hat,. 

Entwicklung bei Dunkelzifferquote 98,5%

Entwicklung bei Dunkelzifferquote 90%

04. Mai 2020 16:17

Streeck et al.:

Was bedeuten die Ergebnisse der Studie Streeck et al. [Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German community with a super-spreading event] für uns? Waren die eingeleiteten Schutzmaßnahmen übertrieben oder gar komplett nutzlos, wenn doch schon 1,8 Mio. Menschen in Deutschland infiziert seien? Können wir nun wagen, schneller zur „Normalität“ zurückzukehren?

Anhand der Simulation ist ersichtlich, dass R, gemäß den Ergebnissen der Streeck Studie, Ende August bei 0,9264 liegen wird, bei den bisher geplanten Maßnahmen. Ohne die Berücksichtigung, wäre das bei den gleichen Maßnahmen ein R von 0,9570. Die Annahmen, Voraussetzungen und Bedeutung der Studie werden derzeit zum Teil in der Öffentlichkeit diskutiert.  Wir möchten an dieser Stelle feststellen, dass der potentielle Unterschied für die Reproduktionszahl Ende August bei 0,3 liegen wird oder bei rund 30.000 Infizierten.

05. Mai 2020 16:27

Mit Zuversicht haben wir zur Kenntnis genommen, dass die bayerische Staatsregierung einen langfristigen Plan zur Lockerung der Maßnahmen bis Pfingsten verfolgt. Entscheidend ist in der jetzigen Phase, ob es gelingt, kurzfristig einen effektiven Weg zur Zurückverfolgung der Infektionsketten bereitzustellen. Ein wirkungsvolles Instrument hierfür ist die viel diskutierte Tracking App, jedoch gibt es auch manuelle Verfahren, die natürlich aufwendiger sind. Entscheidend ist dabei, dass die Anzahl der täglichen Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau bis zum 15.06.2020 bleibt, damit eine Nachverfolgung weiterhin möglich ist. Wir rechnen bei Lockerung der Maßnahmen mit einer Steigerung der Tagesinfektionsrate von 12% auf 16%. Ohne begleitende Maßnahmen zur Senkung der Infektionsdauer bis zur Diagnose, wie Tracking App und proaktive Tests, wird die Zahl der täglichen Neuinfektionen bis 15.06.2020 nicht auf 400 Neuinfizierte pro Tag sinken, sondern wieder deutlich steigen.

06. Mai 2020 16:32

Es wird derzeit über eine Höchstgrenze von 50 Corona Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern für eine 7 Tage Periode gesprochen. Sollte diese Grenze überschritten werden, so sollte von den Landesbehörden wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werden. Dieser Wert wurde in München am 19. März erreicht, wobei dort bereits zum 13. März die Schulschliessungen verfügt wurden, folglich aber nur mit geringer Wirkung. Interessant ist, dass unmittelbar am 20. März der vollständige Lockdown umgesetzt wurde. Somit scheint es, dass dieser Grenzwert im Freistaat Bayern bereits im März zur Anwendung kam. Dies, obwohl in den Infektionsschutzkonzepten solche Höchstgrenzen bisher nicht zu finden waren.

Positiv ist aus unserer Sicht, vor allem, dass diese Höchstgrenze den Bürgern Transparenz gegenüber zukünftigen Maßnahmen gibt, was deren Akzeptanz deutlich fördern sollte.

07. Mai 2020 16:59

Die landesweite Infektionsrate in den USA beträgt derzeit rund 12% pro Tag, bei einem Faktor d von 8 Tagen, das entspricht einem R von 0,95. Der hohe Wert des Faktors d von 8 Tagen liegt an der relativ geringen Testquote. Durch die hohe Anzahl von Neuinfektionen in Höhe von über 20.000 ist der Wert R sehr kritisch zu sehen. Weiterhin gibt es nach unserer Schätzung eine Anzahl von rund 300.000 Infizierten, die noch nicht diagnostiziert sind.

Gegenwärtig zielen die Massnahmen der amerikanischen Behörden jedoch eher auf eine Lockerung, beispielsweise durch das Öffnen von Stränden, als zu einer Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Dies wird somit eine weitere Steigerung der täglichen Infektionsfälle zur Folge haben.

11. Mai 2020 16:04

USA

Die Reproduktionszahl in den USA liegt stabil bei knapp unter 1 (derzeit 0,95) und die Infektionsrate bei ca. 12%. Beide Werte sind nicht weit von jenen in Deutschland entfernt. Die durchschnittliche Zeit zwischen Infektion und Diagnose liegt allerdings bei ca. 8 Tagen (Deutschland 6,5 Tage), was vor allem auf deutlich weniger Testungen zurückzuführen ist. Mit diesen Kennwerten stabilisiert sich die Anzahl der täglichen Neuinfektionen in den USA auf einem hohen Niveau bei 20.000 – 30.000. Daraus ergibt sich eine Zahl von mindestens 300.000 bereits Infizierten aber noch nicht erkannten CoVid Erkrankten, die das Virus aktuell unerkannt weiterverbreiten. Die derzeitigen politischen Maßnahmen in den USA sind eher auf Öffnungen als auf eine Verschärfung des gegenwärtigen Lockdowns gerichtet. Eine deutliche Verringerung der Neuinfiziertenzahlen ist daher bis auf weiteres nicht zu erwarten. Mit diesen Prämissen gehen wir davon aus, dass die Epidemie in den USA bis mindestens September zu starken Beeinträchtigungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens führen wird. Wir rechnen derzeit damit, dass sich bis Ende August insgesamt 4 Mio Amerikaner infiziert haben werden. Die Anzahl der CoVid-19 Todesfälle wird in diesem Szenario in den USA bis August auf deutlich über 200.000 ansteigen.

 

12. Mai 2020 18:04

USA

Bei einer Annahme einer Dunkelziffer von 90%, wäre es durchaus möglich, dass Ende August die Corona Krise weitgehend überwunden sein könnte. Diese Zahl könnte realistisch sein, wenn man die niedrige Anzahl an Tests und die relativ hohe Todesrate berücksichtigt.

18. Mai 2020 18:04

Vereinigtes Königreich

Auch Großbritannien hat sich, ähnlich wie Schweden, auf einen Sonderweg begeben. Verfolgte Premier Johnson zunächst das Ziel der Herdenimmunität, so schwenkte er anschließend um und verhängte Lockdown Maßnahmen, wie in den anderen Ländern Europas. Jetzt werden Lockerungen umgesetzt, bei einer Infektionsentwicklung, bei der andere Länder, wie beispielsweise Frankreich und Deutschland deutlich restriktiver waren. Auch innerhalb Grossbritanniens ist dieser Kurs umstritten, während England den NHS Slogan geändert hat zu: „Stay Alert“, bleibt Schottland noch bei: „ Stay at Home“.  

Dementsprechend haben wir die Situation in den einzelnen Ländern des Vereinigten Königreichs genauer betrachtet:

Derzeit liegen die Fallzahlen in Großbritannien bei 234431 Infizierten, somit bei 351 auf 100k Einwohnern. (Quelle: Johns Hopkins). Zum Vergleich der Bundesdurchschnitt liegt derzeit bei 207 Fällen, mit Bayern an der Spitze mit 344 Fällen. Gemäß der schottischen Regierung, liegt der Wert für Schottland bei 260 Fällen auf 100k Einwohner, bei 1476 durchgeführten Tests je 100k Einwohner (Quelle: NHS Scotland 14.05.2020).

Verlauf der Kurve in Schottland bei angenommener Dunkelziffer von 90% und Beibehaltung des Lockdowns:

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